Herr, erbarme Dich meiner Eltern

Wir durchleben sehr unterschiedliche Phasen in unserem Leben. Wir werden geboren, wachsen heran, viele von uns gründen Familien und bekommen Kinder. Unsere Lebensläufe sind sehr verschieden, wir alle schauen ganz unterschiedlich in die Zukunft, jeder auf unsere eigene Art. Familie, Beruf, Freundeskreis, unsere Freizeitbeschäftigungen binden uns alle, vereinnahmen uns.

Oft vergessen wir dabei gerade die zwei Menschen, ohne die es diese ganzen Lebensläufe und alles drum herum gar nicht gegeben hätte: unsere Eltern. Es ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Eltern und Kinder ein ganzes Leben in einem Haus verbringen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass mit Aufnahme des Studiums oder einer Berufsausbildung oder der Gründung einer Familie Eltern und Kinder sogar nicht einmal in ein und derselben Stadt leben.

Die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern gehört zu den zwischenmenschlichen Beziehungen, die im Koran eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Dabei belässt es der Koran jedoch nicht nur bei der Darstellung von Rechten und Pflichten von Eltern gegenüber ihren Kindern. Auch die Haltung der Kinder gegenüber ihren Eltern wird dort aufgegriffen.

“Und Wir geboten dem Menschen Güte gegen seine Eltern.” (29:8) Weiterlesen “Herr, erbarme Dich meiner Eltern”

Zu Fragen bedeutet, Hoffnung zu haben

In der Sure Bakara wird die Schöpfung Adams in einem Dialog zwischen Gott und den Engeln aufgegriffen:

“Damals, als dein Herr zu den Engeln sprach: “Siehe, einen Sachwalter will ich einsetzen auf der Erde!” Da sprachen sie: “Willst du jemanden auf ihr einsetzen, der Unheil auf ihr anrichtet und Blut vergießt – wo wir dir Lobpreis singen und dich heiligen?” Er sprach: “Siehe, ich weiß, was ihr nicht wisst.”” (2:30)

In weiteren Versen wird die Geschichte der Schöpfung Adams (as) weitererzählt, sein Straucheln, aber auch die Reue und Vergebung, die ihm zuteil wurde. Wir wollen aber bei diesem Vers bleiben. In Erläuterungen wird gerne der Begriff Sachwalter näher betrachtet –  die Frage, welche Rolle dem Mensch daraus zukommt. Oder die Zuschreibung der Engel für den Menschen als Unheilstifter und Blutvergießer wird aufgegriffen. Ein Aspekt dieses Verses fällt uns jedoch selten auf: Die fragenden, ja sogar hinterfragenden Engel. Weiterlesen “Zu Fragen bedeutet, Hoffnung zu haben”

Fake-News oder wenn einer mit einer Nachricht kommt…

Information, Nachrichten, Berichte, Meldungen, wir sind von Daten jeglicher Art umgeben. Und die Menge an Information wird immer mehr, mit ihr umzugehen immer schwieriger. Dabei sind es mittlerweile nicht einmal nur die sozialen Medien, die uns mit Informations- und Datenschnipseln überhäufen. Auch in den etablierten Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen werden die Inhalte kurzlebiger, der schnelle Wechsel immer präsenter.

Hier geht es aber nicht um eine Medienschelte. Hier geht es um die Frage: Wie gehen wir mit diesen Informationen um? Welche Information geben wir an unser Umfeld weiter, welche teilen wir, welche bestimmt unser Leben? Gibt es dabei Kriterien, an denen wir uns orientieren können? Medienwissenschaftlich kann man sicherlich vieles anführen, aber ein Kriterium, das wird uns von sehr prominenter Seite mit auf den Weg gegeben: die Skepsis. So heißt es in der Sura Hudschurat (49), Vers 6:

“O ihr, die ihr glaubt! Wenn ein Unzuverlässiger mit einer Nachricht zu euch kommt, so klärt die Sache auf, damit ihr niemand unabsichtlich verletzt und euer Verhalten hernach bereuen müsst.” Weiterlesen “Fake-News oder wenn einer mit einer Nachricht kommt…”

Flüchtlinge in der Gemeinde

Die Gefährten des Propheten (s.a.s) kannten das Phänomen der Flucht nur zu gut. Drei Mal mussten die ersten Muslime in Mekka vor der Unterdrückung durch ihre eigenen Stammesbrüder fliehen. Zwei Mal brachen kleinere Gruppen von Muslimen in das christliche Abessinien auf. Es war der christliche König Nedschaschi, der ihnen dort Zuflucht gewährte. Und schließlich verließ fast die gesamte Gemeinde Mekka in Richtung des damaligen Yasrib. Als einer der Letzten brach der Prophet selbst auf.

Seine Flucht aus Mekka und seine Auswanderung nach Medina haben für uns eine so große Bedeutung, dass dieses Datum zum Beginn der muslimischen Kalenderrechnung wurde. Nach und nach kamen hunderte Muslime als Glaubensflüchtlinge in diese Stadt. Eine staatliche Fürsorge gab es nicht, auch keine Zeltlager und Sammelunterkünfte. Aber es hatte seinen Grund, dass diese Stadt später ehrenvoll nur noch als “die” Stadt des Propheten gelobt werden sollte, als Medina. Weiterlesen “Flüchtlinge in der Gemeinde”