Nicht wir sind reich, nicht die anderen arm

“Die Armen erben das Land. Der Reiche, der die Bettlerschale übersieht, der Lästerworte redet wider die Armen, ist verroht und verstockt. Auch wenn die reichen viel auf Manieren und Etikette geben, eine feine Seele haben sie nicht.” Mit diesen und anderen drastischen Worten eröffnete im Juli Feridun Zaimoglu den Bachmannpreis in Klagenfurt. Worte, gesprochen im Sommer, schon zu der Zeit schneiden sie ins Fleisch, erst recht jetzt an diesen kalten Tagen. Zu häufig begegnen wir Menschen auf der Straße, die die Hand öffnen müssen, um über die Runden zu kommen. Und schroff zurückgewiesen werden.

Die Worte erinnern an eine Mahnung in der Sura Maun:

“Hast du den gesehen, der das (Letzte) Gericht leugnet? Er ist es, der die Waise wegstößt und nicht zur Speisung des Armen anspornt.” (107:1-3)

Es ist nicht die einzige Stelle im Koran, der den Umgang mit Bedürftigen zu einer Frage des rechten Glaubens erklärt. Dabei wird nicht dazu aufgerufen, ihnen einfach nur etwas von dem Eigenen abzugeben. Nein, der Bedürftige hat einen Anspruch auf diese Unterstützung.

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Pride

Dieses Freitagswort ist notwendig. Vielleicht notwendiger als viele Freitagsworte davor. Denn dieses Freitagswort spricht ein Thema an, das wir in unserer muslimischen Gemeinschaft tabuisieren. Wir schweigen hartnäckig zu diesem Thema. Denn das, was wir in den meisten Fällen dazu zu sagen haben, besteht aus Ablehnung und Ächtung. Und das ist noch vorsichtig formuliert.

Unser gemeinschaftlicher Umgang mit dem Thema Homosexualität und unser Umgang mit Menschen aus der LGBT-Community offenbart mit seinen verkrampften Abwehrreflexen, wie gestört wir uns von diesem Thema, ja von queeren Menschen selbst, fühlen. Ihre Anwesenheit, ihre Nähe verstört uns. Über dieses Thema zu reden, ist uns unangenehm.

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Wenn Allahs Hilfe kommt…

Acht Jahre waren vergangen, seit er diese Stadt fluchtartig verlassen musste. Nach seinem Leben hatten sie getrachtet, so weit waren sie damals bereit zu gehen. Über 20 Jahre waren vergangen, als er am Rande dieser Stadt die erste Offenbarung erhalten hatte. 20 Jahre voller Entbehrung, Zurückweisung, voller Sorgen aber auch Freuden. Und nun war er zurück, in der Stadt Abrahams, in der der “Freund Gottes” (Khalilullah) mit seinem Sohn die Fundamente des “Hauses Gottes” gelegt hatte.

Der Prophet war wieder in seiner Geburtsstadt Mekka, er war als Sieger eingezogen. Tage des Triumphs durchlebten der Prophet und seine Gefährten, aus dem Umland strömten Neugierige nicht nur in die Stadt, sondern auch in den Glauben. Jetzt wäre es endlich an der Zeit, den Sieg zu feiern, mit Stolz auf den Erfolg zu zeigen, auf die wachsenden Zahlen, die strömenden Mengen an Menschen. 

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