Nur Er leitet recht

Es ist nicht einfach, als gläubiger Muslim in einer mehrheitlich nichtmuslimischen, ja überhaupt nicht religiösen Umgebung zu leben. Sobald man die Moschee verlässt, in der für einen kurzen Moment die Welt „in Ordnung“ war, tritt einem die Umwelt sogleich wieder mit ihrem ganzen Irritationspotential entgegen. Wie kann man sich als Muslim erklären, dass in einem so wohlhabenden, fortschrittlichen und gebildeten Land wie Deutschland die allermeisten Menschen nichts mehr von Gott, geschweige denn von Allah wissen wollen?

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Der Wert der Ruhe

In unserer lauten Gegenwart ist einer der großen Vorzüge der gelebten Religion, dem Menschen Orte und Zeiten der Ruhe zu gewähren. Gezwungenermaßen kommt der gestresste Karrieremensch fünfmal am Tag im Gebet zur Ruhe. Doch der äußere ‚Zwang’ des Pflichtrituals erweist sich dem Betenden schnell als innere Gnade, und das nicht nur im Sinne einer Verschnaufpause, in der man seine aufgezehrten Energiereserven regeneriert. Die Ruhe selbst ist ein Schlüssel zu einer starken Beziehung zu unsrem Herrn und einem lebendigen Glauben, der über die äußeren Schichten des Intellekts hinausgeht und in den Kern unsres Wesens einsinkt.

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Der Reichtum des armen Herzens

Unsere Religion, unser Din, ist ohne Dankbarkeit nicht zu denken. Dankbarkeit gegenüber Allah zu zeigen bedeutet, in seinem Herzen verstanden zu haben, was einem Allah alles geschenkt hat und in jeder Sekunde schenkt. Es fängt an beim Offensichtlichen: Wir danken Gott für das Essen, das wir zu uns nehmen, für die warme Kleidung, die wir anlegen, wenn es jetzt draußen wieder ungemütlicher wird; für die liebevolle Familie danken wir Ihm, genauso wie für den Frieden draußen vor der Haustür.

Wenn wir jedoch weiter darüber nachdenken, beschenkt uns Gott noch auf viel existenziellere Art und Weise, ununterbrochen. Wir können uns durch ein einfaches Experiment schnell in die Lage höchster Dankbarkeit versetzen. Dazu müssen wir einfach nur kurz die Luft anhalten und schauen, wie lange wir durchhalten. In den ersten zehn Sekunden können wir vielleicht noch mit Gott diskutieren, Ihm zeigen, wer der Stärkere ist. Schließlich ist es ja unser Körper und unser Wille. Wenn wir uns zusammenreißen, schaffen wir vielleicht noch 20, 30, 40 Sekunden, wenn wir trainiert sind vielleicht noch ein bisschen mehr.

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Die Verpflichtung des Herzens

In einem deutschen Reisepass findet sich auf der letzten Seite der Vermerk, dass dieser „Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“ sei. Vergleichbares findet sich auch in den meisten anderen Reisepässen. Folglich darf man ihn weder beschädigen, zerstören noch weggeben. Schließlich gehört er einem nicht wirklich.

Gleiches ließe sich über unser Herz sagen: Nicht wir sind seine Eigentümer, sondern Gott. Wir alle sind gleichsam Bürger im großen Staate Gottes, der sich über alles, was existiert, erstreckt. Unser Herz ist in diesem Bild der Pass, mit dem wir uns als Geschöpfe Gottes ausweisen. Wie uns Gott im Koran ermahnt: „Sind sie erschaffen wohl aus Nichts, oder sind sie selbst die Schöpfer?“ (52:35).

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