Nicht zum Sterben, zum Leben sind wir erschaffen

Der Tod ist für den Menschen der verstörendste “Lebensabschnitt”. Er ist endgültig und sein Kommen ist sicher. Dennoch überrascht uns jeder Todesfall, je näher uns der oder die Verstorbene stand, umso mehr. Natürlich schmerzt der Verlust, die irdisch-endgültige Trennung von einer geliebten Person. Jeder Todesfall erinnert uns aber auch an unsere eigene Sterblichkeit, unsere Vergänglichkeit, an ein abruptes Ende, das all unsere Planungen und Vorsätze beendet.

Ein Entrinnen vor dem Tod, eine Möglichkeit ihn zu überwinden bietet der Islam nicht an. Vielmehr hält er den Menschen dazu an, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen, das Natürliche darin zu erkennen:

“Dann wird der Todesrausch die Wahrheit bringen: Das ist es (Mensch), dem du zu entkommen suchtest.“ (Sure Qaf (50), 19)

Für der Islam ist der Tod jedoch kein Ende, nein, er ist ein Übergang, eine Rückkehr zum Schöpfer. Von ihm geht der Tod aus, als ein Ende unserer irdischen Prüfung: Weiterlesen „Nicht zum Sterben, zum Leben sind wir erschaffen“

Wer Gewalt in die Welt trägt, kann nicht auf Frieden im Jenseits hoffen

Islamismus. Islamischer Extremismus. Radikaler Islam. Die Gewalttaten, die in den letzten Jahren von Tätern begangen wurden, die sich auf den Islam berufen, haben unserer Religion eine schwere Hypothek auferlegt. Viele Muslime, die aus einer zutiefst religiösen Überzeugung heraus, aus ihrem fest verankerten Islamverständnis heraus diese Gewalt- und Mordtaten ablehnen, sehen sich zur Rechtfertigung ihres Glaubens gezwungen.

Dieser menschenverachtende Terror hat dazu geführt, dass der Islam gemeinhin als aggressive, intolerante und todessehnsüchtige Religion wahrgenommen wird. Er führt zu Aussagen von Tätern, die sinnbildlich für die vermeintliche Natur des Islam geworden sind: „Ihr liebt das Leben, wir aber lieben den Tod.“ Keine Aussage könnte falscher sein, um den Islam zu beschreiben.

Im Lichte der islamischen Offenbarung ist das diesseitige Leben ein Transitraum, aber keineswegs ein Warteraum. Der Islam dient nicht zur Loslösung einer Weltbindung des Menschen in dem Sinne, dass es sich für den Menschen nicht mehr lohnt, am hiesigen Elend noch etwas zu ändern.

Das irdische Leben ist aus islamischer Sicht in dem Sinne ein Transitraum, als seine Endlichkeit ersichtlich ist: Der Mensch weiß um seine Vergänglichkeit und die Begrenztheit seiner irdischen Existenz. (Sure 29, Vers 57)

Gott erwartet von ihm aber nicht, dass er diese Zeit untätig oder nur im religiösen Ritus verbringt. Gott erwartet eine tätige Frömmigkeit, den Einsatz für seinen Nächsten, die Rechtschaffenheit im Diesseits, das Wetteifern um die guten Taten. (Sure 3, Vers 114) Weiterlesen „Wer Gewalt in die Welt trägt, kann nicht auf Frieden im Jenseits hoffen“