Selfie-Islam

Die Hadsch-Saison ist fast vorüber. Viele unserer Glaubensgeschwister haben auch dieses Jahr wieder Mühe und Strapazen auf sich genommen, um die heiligen Stätten des Islams zu besuchen. Diejenigen von uns hingegen, die zu Hause geblieben sind, haben mit freudiger Anteilnahme und tiefer Wertschätzung die Pilger auf ihre Reise verabschiedet, und womöglich hat der eine oder andere von uns ihnen sogar den Wunsch mitgegeben, dass sie uns in ihre dortigen Gebete einschließen mögen.

Nach der Verabschiedung der angehenden Hadschis kommt gewöhnlich das große, neugierige Warten auf ihre Rückkehr. Zumindest war dies in der Vergangenheit der Fall. Denn seit einigen Jahren nun haben wir dank der sogenannten sozialen Medien die Möglichkeit, ihnen auf Schritt und Tritt zu folgen. Von der Ankunft in Saudi-Arabien über das Ausharren in Muzdalifa und den Gang zwischen Safa und Marwa bis hin zu dem ersten Erblicken der Kaaba, sämtliche Stationen der Reise werden heute anhand von Selfies dokumentiert und fleißig auf Instagram, Facebook und Twitter geteilt.

Weiterlesen „Selfie-Islam“

Allahu akbar!

„Er ist Allah, der Schöpfer, der Erschaffer, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Und Er ist der Allmächtige und Allweise.“ In diesem 24. Vers der Sure 59 werden einige der schönen Namen Gottes hervorgehoben. Im arabischen Original heißt es „Huvallahul halikul bariul musavviru lehul esmaul husna“. Zu diesen zitierten „esmaul husna“, zu den schönen Namen, gehören „Haalik“, der Schöpfer, „Bari“, der aus dem Nichts Erschaffende, „Musavvir“, der Bildende, der Gestaltende.

„Musavvir“ ist ein Name Gottes, in welchem sich das menschliche Bedürfnis widerspiegelt, seinem Innersten, seiner Suche nach Gott, seiner Sehnsucht nach einem besseren Verständnis seiner menschlichen Beziehung zu Gott, Ausdruck verleihen, Gestalt geben zu wollen.

Weiterlesen „Allahu akbar!“

Wo Gott ist, ist Hoffnung

  1. „Ein Zeichen davon, dass man sich noch auf seine eigenen Taten verlässt, ist, dass sich bei einem Fehltritt die Hoffnung vermindert.“

Dies ist der erste Aphorismus in der Sammlung „al-Hikam“ des spirituellen Meisters Ibn Ata‘illah al-Iskandari.

Nicht umsonst ist dieser „geistreiche Sinnspruch“, wie der Duden den „Aphorismus“-Begriff vorschlägt, die Einführung zum Werk al-Iskandaris; und nicht umsonst stammt er von einem Geistlichen, einem Sufi, also einem Gottsuchenden, einem, der ungetrübt und deutlich erkennt. Weiterlesen „Wo Gott ist, ist Hoffnung“