Goldgewinnung

Islam- und Muslimfeindlichkeit ist etwas, was uns Muslime immer mehr Sorge bereitet. Es gibt in unserer Gesellschaft Akteure, die immer massiver Ressentiments gegen Muslime befeuern und Hysterie verbreiten. Der gesellschaftliche Frieden leidet darunter. Positiv zu beobachten ist allerdings auch, dass immer mehr Organisationen und Initiativen auf dieses Phänomen aufmerksam machen. Zivilgesellschaftliche Akteure sensibilisieren sowohl die Öffentlichkeit für dieses Thema, aber sie bieten auch Betroffenen Hilfe an. Aber was bedeutet dieses Phänomen der zunehmenden feindlichen Haltung gegenüber Muslimen für uns als Gläubige? Weiterlesen “Goldgewinnung”

Alter Sprengstoff

Das Unrecht schlägt uns nicht wie ein nasses Handtuch ins Gesicht. Es fällt nicht über uns her. Es überwältigt uns nicht. Das Unrecht kommt nicht als Feind, nicht als zwielichtige Gestalt, vor denen wir uns fürchten. Das Unrecht stößt uns nicht ab, es erzeugt keinen Widerwillen in uns.

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“… was der Menschen Hände hat angerichtet”

Es ist der Monat der Besinnung, der Bewusstwerdung. So stellen wir uns den Ramadan vor, so wird er uns immer wieder fromm beschrieben. Nur, was sollen wir uns bewusst werden, um welche Besinnung geht es dabei?

Naheliegend ist beim Ramadan die Verknüpfung mit dem Thema Konsum und Enthaltsamkeit. Das Fasten in dem Monat, der Verzicht auf Speise und Trank von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang, rückt für uns in das Zentrum unserer Betrachtung. Das Fasten steht als Gottesdienst im Zentrum dieses Monats, wir fokussieren unser Wirken ganz selbstverständlich auf dessen Umsetzung. Wir reden über den Verzicht, welche spirituellen Zugänge uns darüber eröffnet werden. Der Ramadan soll uns in Erinnerung rufen, dass es auch Menschen ohne täglich Brot gibt.

Eine Frage bleibt dabei unbeantwortet: Warum fasten dann denn die Notleidenden mit? Es gibt zahlreiche Ausnahmen für das Fasten, Schwangerschaft, das Alter – zu jung oder zu alt -, Erkrankungen und einiges andere. Armut gehört nicht zu diesen Ausnahmen. Welchen Sinn hätte es dann denn, dass derjenige, der sowieso nicht viel hat, sich mit dem Fasten des Nicht-Viel-Habens bewusst wird? Weiterlesen ““… was der Menschen Hände hat angerichtet””

Ramadan – Spiritualität für Alle?

Im Ramadan erreicht die Spiritualität der Muslime ihren Höhenpunkt. Der Fastenmonat ist gesegnet von Gottesdiensten, die dem Gläubigen die Möglichkeit geben, körperlich und seelisch Allahs Nähe zu spüren. Sowohl das Fasten als auch das rituelle Gebet und die religiöse Pflichtgabe und Almosen sollen in diesem Monat intensiv verrichtet werden, so dass man sich im Alltag andere Prioritäten setzt muss, um von dem Segen des Ramadans möglichst viel zu empfangen.

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Nur unser Innerstes wird unsere Welt verändern

Anlässlich jedes Freitagsgebetes erleben wir Woche für Woche eine ganz wichtige, weil prägende Dimension unserer Religion. Im Gemeindegebet werden wir jede Woche mit der kollektiven Dimension unseres Glaubens konfrontiert. Unsere tägliche Erfahrung, dass Religion Privatsache ist, wird der Erfahrung, manchmal dem berührenden Moment, manchmal der schwierigen Zumutung ausgesetzt, dass Religion auch eine gemeinsame, eine gesellschaftliche, über die individuelle Erfahrung hinausgehende Wirkungsebene hat.

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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Ständig sind wir konfrontiert mit medialen und politischen Debatten über uns Muslime. Gesellschaftliche Debatten – so anstrengend sie oft auch sein mögen – sind trotzdem wichtig. Wir als deutsche Muslime, denen die Zukunft dieser unseren Gesellschaft am Herzen liegt, müssen auf allen Ebenen auch unserer Verantwortung gerecht werden, in dem auch wir als Muslime unseren Beitrag für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Weiterlesen “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”

Mehr als nur eine Welt

Jeden Tag, mehrmals täglich, verrichten wir unser Ritualgebet. Unzählige Male haben wir dabei die gleichen Koranverse rezitiert und werden sie immer wieder rezitieren. Die Eröffnungssure des Koran, die Fatiha, hat dabei große Bedeutung.

Sie ist das Fundament, der Kern unserer Ritualgebete. Immer wieder wiederholen wir die gleichen Worte, im stillen Gespräch mit Allah. Wir lauschen ihnen während der Rezitation durch den Imam. Die gleichen Verse markieren den Beginn und das Ende unseres Ritualgebets. Selbst wenn uns alles andere trennt, so vereinen uns die Verse der Fatiha im Moment des Gebets mit allen Muslimen dieser Welt.

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Der Judenhass in unserer Mitte

Als muslimische Gemeinschaft sprechen wir gern über unsere religiösen Tugenden, über den Islam als Rechtleitung für unser Leben. Selten sprechen wir aber über die Verirrungen, denen wir erliegen. Solche Verirrungen sind menschlich. Sie sind Ausdruck unserer Unvollkommenheit.

Aber wir dürfen sie nicht hinnehmen, wir dürfen sie nicht leugnen oder verharmlosen. Denn dann laufen wir Gefahr, dass Verirrungen nicht mehr als solche erkannt werden, ja sogar als ihr Gegenteil, nämlich als authentische muslimische Haltung missverstanden und über Generationen hinweg aufrechterhalten werden.

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Von Osterhasen, Traditionshasen und Angsthasen

Heute ist Karfreitag. Für unsere christlichen Mitbürger ist dies ein Tag großer Trauer und des stillen Gedenkens. Ab Sonntag begehen sie voller Freude und Hoffnung das Osterfest – die im Bedeutungszusammenhang ihrer Religion betrachtet bedeutsamsten und höchsten Feiertage. Anlässlich solcher Feiertage entspinnt sich immer häufiger auch eine Debatte darüber, wie sehr solche Festtage noch geachtet und gepflegt werden oder wie sehr sie einem vermeintlich bedrängenden Einfluss des Islam unterliegen.

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Eine andere Form der ‘Islamisierung’

Wir Muslime leiden manchmal unter einem Komplex, alles Mögliche unbedingt ‚islamisieren‘ zu müssen. Manchmal betrifft diese Haltung relativ banale Dinge, nicht selten aber auch Bereiche, die weitreichendere Folgen haben. Es ist aber insgesamt ein Anzeichen für eine Haltung, die wir als Muslime problematisieren müssen. Es ist eine Geisteshaltung, mit der wir besonders mit dem Beginn der Moderne konfrontiert sind. Es ist ein Symptom für unsere intellektuelle und geistige Schwäche, zu relevanten Fragen unserer Zeit eigene Positionen und Lösungsmöglichkeiten zu formulieren.

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