Näher als unsere Halsschlagader …

Wenn wir uns mit dem Koran als Quelle der uns anvertrauten Offenbarung Allahs beschäftigen, fällt uns auf, dass es bestimmte Formulierungen gibt, die sich häufig wiederholen. Hierzu zählt insbesondere auch der in ähnlichen wiederkehrenden Formulierungen erfolgende Hinweis auf den Verstand des Menschen und die Aufforderung, diesen zu gebrauchen. Weiterlesen “Näher als unsere Halsschlagader …”

…weil Du nicht fürchten musst, dass die Frist verstreicht

Die einfachste Form unseren Kummer loszuwerden ist die Möglichkeit darüber reden zu können. Tatsächlich kann die verbale Kommunikation für eine „Entleerung“ dessen sorgen, was wir nicht mehr in uns tragen möchten, da wir das Gefühl haben, dass es unserer Seele schadet. Bei solchen Konflikten mit uns selbst und seelischen Belastungen tuen uns Dialoge mit Bezugspersonen besonders gut. Das sind Menschen, zu denen wir eine gewisse Nähe verspüren und Vertrauen aufgebaut haben. Weiterlesen “…weil Du nicht fürchten musst, dass die Frist verstreicht”

Spielsucht – Die Augen nicht verschließen

In vielen Städten gehören Spielhallen und Wettbüros zum Alltagsbild. Vorzugsweise in Stadtvierteln mit einem hohen Anteil an Zuwanderern und sozial Schwachen sind diese Geschäfte ein stark besuchter Treffpunkt von Jung und Alt geworden. Oftmals haben Wettbüros die klassischen Teestuben mit ihren verlockenden Angeboten an Wetten, Pay-TV, Speisen und Getränken aus dem Straßenbild verdrängt. Nicht selten befindet sich das nächste Wettbüro gleich neben der Moschee.

Wie erlebnisreich ist denn der Gang in so ein Wettbüro, wo man mit seinen Kumpels zum einen seiner Lieblingsfußballmannschaft live im Fernsehen folgen kann und zum anderen vielleicht sogar noch Geld dazu gewinnen kann? Es gibt doch nichts schöneres als seinen Freunden mal sein vorzügliches Fußballwissen live unter Beweis zu stellen. Nicht wahr? Oder gibt es vielleicht nicht doch einen oder gar mehrere Haken? Weiterlesen “Spielsucht – Die Augen nicht verschließen”

Allah ist überall

Der Moscheebau ist für uns Muslime ein wichtiges Zeichen der Sesshaftwerdung, des sich dauerhaft Niederlassens in einer neuen Heimat. Provisorische Gebetsräume werden immer mehr durch auf Dauer angelegte, entsprechend große und prunkvoll dekorierte Moscheen ersetzt. Bei der Planung wird nicht mehr nur an den Gebetssaal gedacht, sondern auch an Nebenräume für Gemeindearbeit, soziale Treffpunkte, Gastronomie.

Wer seine Freitagsgebete in provisorischen Hinterhofmoscheen, in zu Gebetsräumen umgebauten, viel zu kleinen Kellern oder Dachgeschossen verrichtet hat oder sich mit der Gemeinde in Turnhallen zum Feiertagsgottesdienst traf, der weiß zu schätzen, was er an einem gut ausgestatteten, neuen Moscheegebäude hat.

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Hungrige Gäste im Paradies

Paradiesische Zustände für all jene, die ihr Vermögen vor dem Zugriff des Staates in Sicherheit bringen können. Das vermittelt der Inhalt zahlreicher Dokumente, die jüngst unter der Bezeichnung Paradise Papers veröffentlicht wurden. Sie dokumentieren, wie vermögende Menschen ihren Reichtum nicht unter Umgehung, sondern unter Ausnutzung des Rechts so organisieren, dass sie möglichst wenig davon – im vermeintlichen Idealfall gar nichts davon – an staatliche Steuerbehörden abgeben müssen. Weiterlesen “Hungrige Gäste im Paradies”

Der Tanz um das goldene Ich

Der Mensch neigt dazu, sich abzugrenzen. Es ist aber mehr als ein Revierinstinkt, der bei vielen Geschöpfen in der Natur zu beobachten ist. Es geht dabei weniger um die Markierung eines Territoriums, welches durch Inbesitznahme und Verteidigung gegenüber Konkurrenten den eigenen Fortbestand sichern soll. Gleichwohl wir in dieser Beschreibung durchaus auch die zerstörerischen Ideologien um kollektiven „Lebensraum“ erkennen können, ist hier ein anderes Phänomen gemeint.

Es gehört zu den Versuchungen des Menschen, sich durch individuelle Zuschreibungen ein höheres Maß an Achtung und Wertigkeit beizumessen. Der individuelle Ansatz wird dabei gerechtfertigt durch die Ausdehnung dieser Perspektive auf das eigene Kollektiv. Das heißt, die individuelle Eitelkeit des Menschen versucht sich zu rechtfertigen, indem sie sich Komplizen schafft. Plötzlich sind es „Wir“, die anders, nämlich besser und anderen überlegen sind. Weiterlesen “Der Tanz um das goldene Ich”

Kinder geben uns schon hier ein Paradies

Unser Umgang mit Menschen, der variiert bisweilen. Auch wenn wir wissen, dass jeder Mensch vor Gott gleich ist, so schaffen es die wenigstens von uns, alle Geschöpfe Gottes gleich zu behandeln. Es gibt keine Garantie dafür, dass wir in Zukunft unsere Mitmenschen tatsächlich besser behandeln, besser mit ihnen umgehen werden. Immer wieder gab es in der Menschheitsgeschichte Zeiten und Phasen, in denen sich die Menschen jeweils besser aber auch wesentlich schlechter behandelt haben.

Selbst die Art, wie mit den Kindern innerhalb einer Familie umgegangen wurde, war nicht immer gleich. Während wir heute die Fürsorge für unsere Kinder allgemein zu unseren Lebenszwecken zählen, manchmal als Helikoptereltern sogar andere Akteure in der Kindererziehung zur Verzweiflung treiben können, kennen wir auch Berichte aus Zeiten, in denen selbst das Leben und die Unversehrtheit von Kindern nicht heilig gewesen zu sein scheint. Weiterlesen “Kinder geben uns schon hier ein Paradies”

Kein liberaler Muslim

Vor einigen Freitagsworten haben wir gemeinsam darüber nachgedacht, warum es keine „konservativen“ Muslime geben kann. Am heutigen Freitag wollen wir näher beleuchten, welche Verirrungen sich hinter der Formulierung „liberaler Muslim“ verbergen.

Bereits die Realität unserer gesellschaftlichen Diskussion über vermeintlich „konservative“ und „liberale“ Muslime verdeutlicht mit der ihr innewohnenden destruktiven Spannung, dass in dieser konstruierten Spaltung von Muslimen bereits der Keim gegenseitiger Anfeindung und damit wenig Segen für unser Zusammenleben liegt. Dem Begriff des Liberalismus entsprechend betonen Personen, die sich explizit als „liberale Muslime“ verstanden wissen wollen, ihre  Glaubensauffassung wurzele in dem Verständnis von Freiheit.

Häufig genug muss aber die Abgrenzung, die Distanzierung, die Zurückweisung anderer Muslime, nämlich jener, die als „konservativ“ markiert werden, dafür herhalten, ein vermeintlich freiheitliches Islamverständnis darzulegen. Das ist nicht sehr überzeugend. Weiterlesen “Kein liberaler Muslim”

Und geheiligt sei nicht die Nation

Muslime mit einem Migrationshintergrund aus Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung sind diesem Phänomen sicherlich schon begegnet. Ein religiös unterlegter Nationalismus, der das Islamverständnis in den Ländern eng umschlungen hat. Der Islam scheint gemäß dem nationalistischen Verständnis ohne Nation nicht zu funktionieren, das Dasein als authentischer Muslim nur in einer türkischen, arabischen, marrokanischen oder bosnischen Prägung möglich zu sein.

Und selbst hier in Deutschland treffen wir auf identitäre Vertreter dieser Haltung: Ein guter Muslim kann nur der sein, der sich seines Türken-, Araber- oder Bosniertums bewusst ist und dies bewahren kann. Die Religion wird zu einer nationalen Sache, die unbedingt mit der Herkunftsnation verknüpft werden muss.

Kann man dann überhaupt hier in Deutschland Muslim sein? Kann es den Islam ohne eine nationale Einfärbung geben? Gibt es den Islam immer nur in Kombination mit einem nationalistischen Bewusstsein, mit einem übersteigerten Bewusstsein vom Wert und der Bedeutung der Nation?

Als Begründung für diese “notwendige Verknüpfung” wird zumeist auf die Tradition verwiesen, auf ein überliefertes Verständnis von Religion, zu dem die Nation ohne wenn und aber dazu gehört. In dieser Form hat man die Religion von den Vorausgegangen gelernt, so muss sie auch weitergelebt und -gegeben werden. Weiterlesen “Und geheiligt sei nicht die Nation”

Die Umweltkrise ist auch eine spirituelle Krise

In der islamischen Welt ist das Bewusstsein für Umweltthemen nicht sehr ausgeprägt oder besser gesagt gar nicht vorhanden. Ob man nun in Kairo, Istanbul oder Islamabad ist, das Thema Umweltschutz ist oft unbekannt, obwohl die daraus resultierenden Probleme immer gravierender werden. Dies umfasst nicht nur die mangelhafte Umweltpolitik vieler muslimischer Staaten, sondern auch den Alltag der Menschen.

Wenn wir uns aber die islamischen Quellen anschauen und uns mit ihnen ernsthaft auseinandersetzen, dann können wir ohne weiteres daraus Handlungsanweisungen für ökologische Nachhaltigkeit ableiten. Weiterlesen “Die Umweltkrise ist auch eine spirituelle Krise”